Wohnraum und Kosten gemeinsam nutzen
Wohnen beansprucht einen wesentlichen Teil des Haushaltsbudgets. Laut Statistik Austria lag der Anteil der österreichischen Haushalte, deren Wohnkosten mehr als 40 Prozent des Einkommens ausmachten, im Jahr 2025 bei acht Prozent.
Wer ein Haus gemeinsam nutzt oder eine bestehende Immobilie für mehrere Generationen umgestaltet, kann die Kosten aufteilen. Das betrifft beispielsweise:
- Grundstück und Gebäude
- Heizung und Haustechnik
- laufende Betriebskosten
- Sanierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen
- Garten- und Außenanlagen
Insbesondere bei größeren Tiroler Wohnhäusern kann es sinnvoll sein, vorhandene Flächen neu zu strukturieren, statt für jede Generation eine eigene Immobilie zu suchen.
Gegenseitige Unterstützung im Alltag
Das Mehr-Generationen-Wohnen kann den Alltag aller Beteiligten erleichtern. So können beispielsweise die Großeltern bei der Kinderbetreuung unterstützen. Im Gegenzug helfen jüngere Familienmitglieder bei Einkäufen, organisatorischen Aufgaben oder der Instandhaltung des Hauses.
Diese Unterstützung muss nicht ständig oder einseitig erfolgen. Schon die Gewissheit, dass im Bedarfsfall eine vertraute Person in der Nähe ist, gibt vielen Menschen ein Gefühl der Sicherheit.
Selbstbestimmt im vertrauten Umfeld älter werden
Die österreichische Bevölkerung wird älter. Laut der aktuellen Bevölkerungsprognose von Statistik Austria dürfte der Anteil der Menschen ab 65 Jahren von 20,0 % im Jahr 2024 auf 26,2 % im Jahr 2040 steigen. Auch die kleinräumigen Bevölkerungsprognosen zeigen, dass Zahl und Anteil älterer Menschen in allen Regionen Österreichs zunehmen werden.
Für viele Eigentümerinnen und Eigentümer in Tirol stellt sich daher die Frage, wie sie möglichst lange selbstbestimmt in ihrem vertrauten Zuhause bleiben können. Ein Mehrgenerationenhaus kann dafür gute Voraussetzungen bieten – insbesondere, wenn Barrierefreiheit und mögliche spätere Pflegebedürfnisse bereits bei der Planung berücksichtigt werden.
Vorhandene Immobilien sinnvoll weiterentwickeln
In Tirol gibt es viele Ein- und Zweifamilienhäuser, die ursprünglich für größere Haushalte gebaut wurden. Wenn die Kinder ausgezogen sind, bleiben oft einzelne Zimmer oder ganze Stockwerke ungenutzt.
Durch eine durchdachte Sanierung oder einen Umbau kann neuer Lebensraum entstehen. Ein eigener Zugang, ein zusätzliches Badezimmer oder eine zweite Küche ermöglichen in vielen Fällen die Schaffung einer weitgehend eigenständigen Wohneinheit.
Über die Wohnbauförderung unterstützt das Land Tirol unter anderem Neubauten, Zu-, Ein- und Umbauten sowie Sanierungsmaßnahmen. Das Ziel besteht darin, bedarfsgerechten, leistbaren und qualitativ hochwertigen Wohnraum bereitzustellen. Welche Maßnahmen im konkreten Fall förderbar sind, muss anhand der jeweils geltenden Richtlinien geprüft werden.